Gastbeitrag: Skalierung im E-Commerce: 5 Herausforderungen beim Wachstum

Gastbeitrag: Skalierung im E-Commerce: 5 Herausforderungen beim Wachstum

Stammt er vom amerikanischen Beat-Schriftsteller William S. Burroughs oder doch
vom American-Football-Trainer Lou Holtz? Der Spruch “Grow or die”, also “Wachse
oder sterbe” ist auf jeden Fall zu einem Mantra für verschiedene Bereiche im Leben
erfolgreicher Menschen geworden. Auch für Unternehmen im E-Commerce gilt: Willst
du einen erfolgreichen Online-Handel weiter führen, musst du auch weiter wachsen.
Aber welche Herausforderungen solltest Du berücksichtigen, um nicht zu scheitern?

Herausforderungen für die Skalierung des Online-Handels

Willst du dein Geschäft übers Internet vergrößern, ist die entscheidende Frage, ob du
dir das geplante Vorhaben zum jetzigen Zeitpunkt auch leisten kannst. Denn eine
Planung, die nicht auf der Liquidität deines Unternehmens basiert, hat mehr was mit
dem Bau von Luftschlössern als mit dem Ausbau deines Unternehmens zu tun.
Bevor du also Pläne darüber schmiedest, welche neue Produkte du in dein Sortiment
aufnehmen möchtest, wie du dein Lager vergrößerst oder welche neuen Zielgruppen
du vielleicht ansprechen kannst durch das Erschließen neuer Nischen, musst du dich
wohl oder übel doch erstmal deinem Liquidititätsmanagement widmen.
Die Sicherstellung deiner zukünftigen Liquidität ist für die gesunde Skalierung deines
Onlinehandels unabdingbar. Schließlich musst du zu jedem Zeitpunkt in der Lage
sein, die Rechnungen, die an dich gestellt werden, oder – im Falle eines Kredits –
deine Tilgungsraten bezahlen zu können. Bei der Planung deines Cashflows gibt es
gleich fünf große Herausforderungen, die du meistern solltest.

1. Behalte den Überblick über alle Verkaufskanäle

Um die Wirtschaftlichkeit aller deiner Entscheidungen zu gewährleisten, musst du
jeden Verkaufskanal im Blick behalten. Schließlich unterscheiden sich Absatzkanäle
bezüglich ihrer eventuellen Nutzergebühren, verschieden hohen Verkaufsprovisionen
und den zusätzlichen Werbekosten, die du vielleicht noch einplanen musst.
Somit musst du für jedes Produkt eine eigene Marge berechnen. Vielleicht lohnt sich
die Einstellung eines Produkts auf einem bestimmten Verkaufsportal gar nicht. Dann
musst du schon andere Gründe dafür haben, wie etwa die Erlangung größerer
Bekanntheit für dein Angebot. Um das abwägen zu können, ist aber ein täglicher
Blickt auf die Wirtschaftlichkeit auf Produkt- und Verkaufskanalebene wichtig.

2. Antizipiere Nachfrageschwankungen

Je nachdem, was dein Onlinehandel anbietet, könnten deine Produkte einer leicht
abzuschätzenden Saisonalität unterliegen. Ist dein Angebot gebunden ans Wetter
(etwa Winterjacken), an Festzeiten (Neujahrsartikel) oder an neuen Trends (Street
Wear-Mode), dann hast du bestimmte Zeiten, an denen die Nachfrage natürlich steigt
oder fällt. Willst du nach einem Peak in der Nachfrage aber nicht mit einem leeren
Lager auf Kundenanfragen antworten, dann musst du entsprechend vorplanen.
Wann du wo investiert, das beantwortet dir deine frühzeitige Liquiditätsplanung.

3. Berücksichtige alle Transaktionen

Wächst dein Geschäft, helfen Rechnungsprogramme oder Warenwirtschaftssysteme
dabei, den Überblick über Ausgaben und Gutschriften zu bewahren. Trotzdem bleibt
viel an manueller Planung und Aufbereitung der Daten aus diversen Systemen an dir
oder deinen Finanzmanagern hängen. Was dir fehlt ist ein zentraler Überblick über
den gesamten Cashflow, so dass du die Planzahlen deines Onlinehandels immer vor
den Augen hast. Sinn macht hier eine Liquiditätsmanagement-Software wie Agicap
mit einem Dashboard, auf dem du alle Ausgaben und Einnahmen sofort siehst.

4. Behalte die Balance in deinem Lager

Wachstum im E-Commerce ist eng damit verknüpft, den Lagerbestand auszuweiten.
Doch ein überfülltes oder leeres Lager können gleichermaßen für Verluste für deinen
Onlinehandel bedeuten. Darum ist ein Balanceakt zwischen Datenbasis und Intuition
gefragt. Die Lagerumschlagshäufigkeit muss basierend auf deiner Liquiditätsplanung
stets eine gesunde sein. Und das erzielst du nur, indem du die Verbindlichkeiten zu
deinen Abnehmern und Lieferanten nicht vernachlässigst. Die Frage ist dann immer,
wann du neue Waren bestellst und in welcher Menge, ohne Verluste zu machen.

5. Verwalte mehrere Bankkonten wie ein Profi

Es ist nicht unüblich für Unternehmer:innen mehrere Geschäftskonton zu betreiben.
Gerade wenn das Unternehmen so über ein Konto Zahlungen an Lieferanten oder
Mitarbeiter tätigt, und auf anderen Konten Kunden- und Stornozahlungen abwickelt.
Verlierst du hier den Überblick, dann kriegst du Probleme mit der Liquidität. Darum ist
es ratsam, in deiner Liquiditätsplanung alle Kostenpunkte durch eine solche Nutzung
von Geschäftskonton zu berücksichtigen, von Kontoführungsgebühren bis hin zu
Tilgungsraten laufender Finanzierungen.

Fazit

Willst du deinen Onlinehandel skalieren ohne ein Risiko einzugehen, dann behalte
immer die Liquidität deines Unternehmens im Blick und nutze sie als Grundlage für
deine Planung. So bewahrst du dich vor bösen Überraschungen beim Wachstum.

Über Dr. Nirmalarajah Asokan:

Dr. Nirmalarajah Asokan ist Senior Content Marketing Manager bei Agicap in Berlin.
Er ist in den Themen Liquiditätsmanagement, Cashflow und Finanzplanung
unterwegs. Derzeit zeichnet er für Konzeption, Optimierung und Umsetzung des
Content Marketings für das Liquiditätsmanagement-Tool Agicap verantwortlich.

 

Gordian Brockstedt

Gordian Brockstedt ist seit 2008 in der Steuerbranche tätig. Seine Ausbildung absolvierte er in einem Flensburger Steuerbüro durchlief anschließend mehrere Stationen in Steuerbüros und der freien Wirtschaft. Über 10 Jahre betreut Gordian Brockstedt bereits Onlinehändler aus Europa, den USA und Asien im Bereich der Buchhaltung und Steuern. Im Jahre 2016 entstand die Idee zu AccountOne die zusammen mit 2 Partnern kurz darauf in die Welt gesetzt wurde.

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